Hallöchen meine Lieben!
Ich sitze hier grad im Flugzeug und setze schonmal den ersten Blog auf. Unter uns saust gerade Somalia hinweg, aber man sieht eigentlich nur ein Meer aus flauschigen Schäfchenwolken und endlose eintönige Wüste. Naja beginnen wir mal am Anfang: Ich fands klasse, dass ihr alle da wart und ich hab mich riesig gefreut! Im Airbus hab ich dann doch ein recht mulmiges, fast schon heimwegartiges Gefühl gehabt. Sicherlich die Nebenwirkungen von der Malariaprohylaxe?! Oder?
Gestartet sind wir dann gleichmal mit einer ¾ Stunde Verspätung und die Stewardessen waren total verplant, dass nicht gerade eine Sicherheit bezüglich der Crew aufgekommen ist. Nach einem mäßig guten Schlaf haben wir beim Sonnenaufgang dann doch noch butterweich in Dubai aufgesetzt und wurden gleichmal in das brandneue Terminal 3 gelotst, was von außen aussieht, ja mhh, wie eine dicke kurze Schlange oder ein Rollmops. Die Aufzüge dort wurden wahrscheinlich konzipiert Elefanten zu kutschieren. Nagelneue Flitzer konnte man auch wieder gewinnen, wenn man genügend Kleingeld für ein Los, quasi 500 Arabische Dirham hat.
Was Gebäudearchitektur angeht können die Araber einen auch nur noch ins Staunen versetzen, die haben’s drauf. Alles sehr futuristisch und überall hängen Plakatte von zukünftigen, instabil aussehenden Geometriehotels. Emily ich habe dir auch eine Postkarte geschrieben, aber das „Postamt“-Personal hat eher den Eindruck gemacht, dass die Karte das unwichtigste der Welt sei und im nächsten Moment in den Papierkorb gestampft wird. Gleichmal im neuen Flieger wurden die Gepäckstücke kontrolliert. Das lief ungefähr so ab: Du sitzt und siehst dein Gepäck über dir natürlich nicht. Frage: „Is that your baggage? Which Colour?“ Naja bei sowas kommt einem schon der Gedanke: Wo ist die Bombe?. So ich schreib dann nachher weiter, ich lege mich jetzt ersmal hin. Ich glaube ich nehme die 4er Reihe vor mir ;) Glücklicherweise ist das Flugzeug halb leer (ok halb voll).
Sodala, jetzt bin ich schon in Mbeya und sitze am Esstisch vom „German Guest House“. Wo waren wir stehengeblieben?! Ahja. Also ich hab dann im Flug mal in Richtung Kibo geschaut, aber außer ein paar etwas aus der normalen Wolkenschicht rausguckenden Quellwolken war leider nix zu gucken. Vielleicht waren wir auch einfach zu weit weg. Kurz darauf sind wir auch schon in Dar Es Salaam gelandet und mussten die ersten Hürden schaffen: 1. Visa kriegen. Das war eigentlich relativ leicht, nach ein paar aufgefühlten Zetteln später (2 mal Visadokumente und einmal Krankenbescheinigung) und nur noch eine halbe Stunde gewartet schon hatten wir unser Visa und konnten gleich auch schon das Baggage Claim ansteuern. Übrigens der Flughafen ist schon sehr klein und das alles mit Zoll usw. hat alles in einen Raum mit der ungefähren Größe unserer Mensa gepasst. Gut, nun zur 2. Hürde: Wir mussten die 7 Päckchen vom Medical Research Programme irgendwie durch den Zoll kriegen. So Schwarze haben gleichmal unser Gepäck geschnappt und auf die „Einkaufswägen“ geladen, obwohl wir das selbst machen wollten. Der Zoll hat uns dann auch sofort aufgehalten und hat die einzelnen Kisten aufgemacht und reingeschaut. Und irgendwann kamen sie auf die Idee dass wir eine Bescheinigung brauchen, nagut dann hab ich ihnen die Papiere hingehalten was ich mitgekriegt hab. Hat leider nicht gereicht. Das Ende der Geschichte: 2,5 Stunden lang warten auf irgendeinen Stempel, den ein Beamter irgendwo um den nächsten Block holen musste. Den haben wir aber nie gesehen und wir durften dann doch nach der Zeit raus. Ich hatte eher den Eindruck, dass sie sich einfach wichtig machen wollten und uns aus welchem Grund auch immer nur aufhalten wollten. Hürde Nr.3: Den Fahrer finden. Steffi (die neue Lehrerin für Deutsche in Mbeya, die wir auf dem Flug kennengelernt haben) meinte dass uns Nelson abholt. Dann bin ich gleichmal zum nächsten hin: „Are you Nelson“, der nickt, aber wie sich heraustellte war das irgendein anderer Fahrer und der richtige (Simion) hat uns dann doch gefunden. Die Gepäckträger haben mit 5 $ das Geschäft ihres Lebens gemacht. Dann hieß es, rein in die Rush-Hour von Dar Es Salaam! Und was für eine! Da ist ja der Verkehr in Rom ein Klacks dagegen! Es war überall mortmäßiger Stau und keiner Schien so wirklich irgendwelche Verkehrregeln zu beachten. Hier hieß es: Größeres Auto + Risiko = Vorfahrt! Die meisten vollgerammelten Buse haben eh einen Weg über die Fussgängerwege und und Parks gesucht. Viel besser war das aber auch nicht, weil alles mit Leuten vollgepflastert war. Gab es mal Unannehmlichkeiten wurde gleich die Faust augepackt und heftig gestritten.Die Straßenhändler ließen auch nicht lange auf sich warten und boten am Fenster für Äpfel, Klobürsten, Trinken, Sonnenbrillen, Zeitungen, Flip-Flops, Handy-Aufladekabel und und und an. Am Straßenrand waren nur noch Shops zu sehen und Betten wurden neben Särgen angepriesen. Auf dem Weg zu unseren Hotel sind wir an Art Slums vorbeigefahren, wo es eigentlich überall saudreckig war und Hunde, Hennen und Ziegen nach Essbarem gesucht haben. Wie man es eigentlich nur in National Geographic sieht, hat man richtig gemerkt wie arm die Menschen hier sind, was ziemlich reinzieht. Unser Hotel „Password“ war ganz ok, leider ging die Dusche nicht, dass ich mich unter einen Wasserhahn kauern musste um das Wasser weiß Gott wie auf meinen Körper zu kriegen. Wir sind dann auch noch kurz was Essen gegangen und haben Chicken bestellt. Was eigentlich ganz lecker, die Kellnerin hat sich glaub ich ein wenig an uns amüsiert, weil wir nicht wirklich manchmal kapiert haben was sie von uns wollte (z.B. ein Schale Wasser zum Händewaschen wurde gebracht). Hoffentlich kriege ich kein Durchfall. Erschöpft von der Reise bin ich auch gleich ins Bett gesunken und habe noch den Gesängen des Muezzin (schreibt man den so?!) gelauscht. Um 6 Uhr morgens gings dann auch schon weiter. Nachdem wir noch eine Mitarbeiterin vom MMRP abgeholt haben sind wir raus aus Dar Es Salaam, rein in die Steppe. Die Straße war aber bis Mbeya wunderbar geteert. Wunderbar ist eindeutig übertrieben.
Wir sind oft an Abschnitten mit „30“ Markierungen mit 130 drübergebrettert. Bei uns gäbe das wahrscheinlich ein paar Pünktchen. An der Straße laufen haufenweise die Leute entlang und auch sehr chlichéweise: z.B. Frauen mit bunden Kleidern, die Töpfe auf dem Kopf tragen. Ich glaube dass die alle sich kein Auto bzw. Bus leisten konnten, weil man sie auch teilweise irgendwo mitten in der Pampa angetroffen hat. Die meisten (fast ausschließlich) Fahrzeugtypen waren übrigens LKWs und Busse. Wir haben uns auch während der Fahr recht viel mit unserem Fahrer unterhalten, der sehr gutes Englisch konnte. Wir sind auch durch ein Nationalpark gefahren, wo wir gleichmal Zebras, einen Elefanten, Antilopen, Giraffen, Warzenschweine und Bissons gesehen haben, aber meistens nur weiter weg.
Die Affen, die man fast immer umgefahren hätte, hatten kein Problem damit sich mitten auf die Straße zu setzen und beim krassen Hupen nur ganz gemächlich sich zu verziehen. Sie haben nach Essen am Straßenrand gesucht, weil aus den Bussen quasi minutenweise Müll aus den Fenstern gewurfen wurde. Dementsprechend sah das dann auch aus! Fast wie auf einer Müllhalde. Tomaten wurden an Ständen auch am „Arsch der Welt“ angeboten und die meisten kleinen Dörfchen bestanden aus kleinen Lehmhütten. Irgendwo kam dann doch mal ein unbehagliches Gefühl auf. Ich hatte auch manchmal das Gefühl hier dann Fehl am Platze zu sein und hab mir gewünscht dann doch in Deutschland wieder zu sein. Typisches Heimweh halt. Aber vor allem vermisse ich Emily, mehr denn je! Ich hoffe das wird die nächsten Tage besser.
Nach ca. 5 Stunden fahrt haben wir dann auch ein englisches Frühstück bekommen, bestehend aus Rührei, Beans, einer komischen Wurst, Toast und Tee. Die Landschaft varrierte von Stunde zu Stunde und war schon teilweise atemberaubend. Aber hauptsächlich recht karg, trocken… Steppe halt. Aber während der Regenzeit solls anscheinden doch sprießen. Was „König der Löwen“ angeht bin ich jetzt um einiges schlauer. Wir haben diese Bäume gesehen, in dem auch der Affe von König der Löwen haust (wie heißt der nochmal?). Wisst schon: Saudicker Stamm und oben wenig Geäst. Nach ca. 12 Stunden Fahrt und 800 km haben wir endlich Mbeya erreicht. Unser „German Guest House“ ist ein kleines Stück den Berg rauf. Wir wurden auch gleich von den anderen Deutschen vom MMRP begrüßt und zum Abendessen eingeladen (Petra & family). Obwohl sie deutsch sind sprechen sie hauptsächlich Englisch. Sie haben auch Hasen, 2 Hunde (einer ist ein Mischling aus Boxer und sonstewas und der andere wenn mich nicht alles täuscht ein Checkie) und ein Esel steht im Garten ;). Die Kinder sind sehr nett und haben ein echtes Spieleparadies im Garten. Unser Haus ist gleich nebenan. Wir haben einen Gärtner (Peter) und eine Haushälterin. Wir wohnen auch noch mit 2 Peruanern hier und es scheint so in Richtung WG zu gehen. Naja ich werde jetzt dann auch bald schon ins Bett gehen, weil ich schon recht fertig bin.
Ich würde mich freuen von euch zu hören. Ganz liebe Grüße aus Mbeya!
Euer Simon

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